Ist eigentlich Coca-Cola vegan? Sicher nicht!

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Der imperialistische US-Großkonzern Coca-Cola macht derzeit wieder eine Propaganda-Kampagne, bei der sie Cola in Dosen ausgeben, auf denen sich Sammelpunkte befinden. Hat man alle, kann man bei einem Gewinnspiel teilnehmen. So habe ich das diese Woche im Cannstatter Carré mitgekriegt.

Die aktuelle Werbekampagne von Coca-Cola

Die aktuelle Werbekampagne von Coca-Cola

Dass Dosen nicht besonders umweltfreundlich sind, wissen wir spätestens seit der Einführung des Dosen-Pfands. Manche haben vielleicht auch über die Kampagne von Rettet den Regenwald gegen den brasilianischen Staudamm Belo Monte, der u. a. für Aluminium-Fabriken gebaut werden soll, von der Problematik von Dosen und anderer Verwendung von “Alu” erfahren.

Nun ist es mit Coca-Cola allgemein vermutlich so wie mit Fleisch und Milch: Genauso wie viele Menschen nicht wissen, was alles passiert bis das Schnitzel auf dem Teller landet, wissen vermutlich die meisten Menschen auch nicht, was Coca-Cola so alles auf dem Kerbholz hat – ich habe sogar schon Menschen Coca-Cola trinken gesehen, die sich als links und/oder antispeziesistisch bezeichnen. Abgesehen davon, dass das Zuckerwasser Cola als nicht gerade besonders gesund gilt, gibt es einige sehr heftige Kritikpunkte an der Coca-Cola Company, über die man sich im Internet ausführlich informieren kann. Auf diese möchte ich im Folgenden kurz eingehen.

Tierversuche für und Gelatine in Coca-Cola

Wenn man streng nach den deklarierten Inhaltsstoffen geht, ist Coca-Cola vegan. Jedoch schon bei den nicht deklarierten (da nicht deklarierungspflichtigen) Inhaltsstoffen fängt es an: außer in Fanta Lemon ist in Coca-Cola-Produkten Fisch-Gelatine zumindest in Spuren enthalten. Das hat folgende NDR-Reportage berichtet (ab Minute 2:29):

Fisch-Gelatine in Coca-Cola-Produkten

Abgesehen davon ist Coca-Cola ein rücksichtsloser Großkonzern, den nur der eigene Profit interessiert und sonst nichts. So hat bis 2007 Coca-Cola Tierversuche durchgeführt und durchführen lassen (genauso wie die Zigaretten-Industrie). Erst auf Druck von Peta hat man dies eingestellt. Produkte, für die Tierversuche gemacht werden, können natürlich absolut nicht als vegan bezeichnet werden.

Umweltprobleme

In einem Distrikt in Indien hat Coca-Cola eine Anlage betrieben, die dem Boden täglich bis zu 1 Million Liter Grundwasser entzog. Dies führte zu einer Absenkung des Grundwasserspiegels, was mehrere Probleme auslöste, in Folge derer eine Nutzung des Grundwassers als Trinkwasser oder zur Bewässerung der Agrarflächen unmöglich wurde. Außerdem führte von Coca-Cola verwendeter Dünger, der Schwermetalle enthielt, direkt zu gesundheitlichen Problemen bei der lokalen Bevölkerung. Die Anlage wurde nach dem Bekanntwerden der Probleme und der Kritik daran zwar geschlossen, Coca-Cola hat jedoch nie eine Verantwortung für das Trinkwasserproblem übernommen. In Indien war Coca-Cola mehrere Jahre verboten.

Panama hat Coca-Cola direkt zur Verantwortung gezogen. Das Land hat die Coca-Cola Company für die Verschmutzung einer Bucht und einer Schlucht mit Färbemitteln zu einer Geldstrafe von 300.000 US-Dollar (umgerechnet etwa 210.000 Euro) verurteilt und auch für die Beseitigung der Schäden muss der Konzern aufkommen.

Gesellschaftliche Probleme

Murder-Coke

Des Weiteren werden der Coca-Cola Company rassistische Diskriminierung von Schwarzen und HIV-Infizierten in den USA und Afrika, Verletzung der Menschenrechte, Mord, Inhaftierung, Vertreibung, Entführung und Entlassungen von Gewerkschaftern in Kolumbien, Guatemala, Peru, Brasilien, den USA, Venezuela, Palästina, der Türkei und dem Iran vorgeworfen. Ein sehr bekannter Fall ist die Ermordung von Gewerkschaftern der kolumbianischen Gewerkschaft Sinaltrainal.

Boykott

Killer-Cola

Killer-Cola

ver.di rief 2004 nach der Ermordung der kolumbianischen Gewerkschafter zum Boykott von Coca-Cola auf.
Aus diesem Grund sowie wegen den Umweltverschmutzungen in Indien verkaufen in den USA seit Ende 2005 mehrere Universitäten keine Produkte der Coca-Cola Company mehr.
Und auch in Deutschland haben Studierendenparlamente beschlossen, Coca-Cola zu boykottieren, nämlich die der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster, der Universität Trier, der Universität Bielefeld, der TU Dortmund, der Universität Duisburg-Essen, der Universität zu Köln und der Universität Wuppertal.
Aber auch der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) ruft seine Mitglieder zum Boykott von Coca-Cola-Produkten auf.

Diesen Boykottaufrufen möchte ich mich ganz klar anschließen. Denn auch wenn das Unternehmen heute keine Tierversuche mehr macht und die erwähnten Skandale bereits ein paar Jahre zurückliegen, zeigen sie dennoch, dass davon ausgegangen werden kann, dass dieses Unternehmen nur auf Druck der Öffentlichkeit oder gar von Behörden reagiert und solange lediglich versucht, so viel wie möglich Profit zu machen, ohne Rücksicht auf Umwelt, Menschen und Tiere.

Alternativen

Ich möchte euch natürlich nicht nur die Lust auf Cola “vermiesen”, sondern auch Alternativen aufzeigen. Und die gibt es ohne Zweifel. Bereits sehr bekannte und lange vorhandene Alternativen zu Coca-Cola sind Afri-Cola, Pepsi-Cola und fritz-kola.Banner Veganothek Seit kurzem gibt es zudem die erste Bio-Cola, die Drink Now von Lammsbräu, die zudem nicht nur nach Zuckerwasser schmeckt, sondern auch noch ein wenig nach Guarana. 😉 Diese Brauerei hat mir übrigens schriftlich bestätigt, dass sie für keines ihrer Produkte irgendwelche Zutaten tierischen Ursprungs verwenden. Drink Now gibt’s beispielsweise bei AlnaturA und im Marktladen. Darüber hinaus gibt es natürlich noch jede Menge andere Limonaden, besonders empfehlenswert hiervon v.a. die Bionade-Sorten und die weiteren Produkte von Lammsbräu sowie Voelkel, die neben ihren zahlreichen Säften, von denen nur noch 3 nicht vegan sind, auch immer mehr leckere Limonaden anbieten, die oft sogar komplett ohne Zucker auskommen und trotzdem genial schmecken.

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About Matthias Ebner

Ich bin seit Mitte 2010 vegan und lebe in Tübingen. Neben dem Veganismus engagiere ich mich auch für Umwelt- und Klimaschutz. Mehr über mich findet ihr auf meinem Profil oder bei Google Plus
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  • Rain

    Hm, was die Now-Produkte betrifft, konnte mir der Hersteller leider keine Auskunft über die Gewinnung der Zitronensäure geben (kann mit Hilfe von Molke gewonnen werden). Außerdem wird leider kaseinhaltiger Etikettenkleber verwendet. Das mag insgesamt weniger schlimm sein als das, was die Coca-Cola-Company alles angestellt hat, aber ideal ist es meiner Meinung nach auch nicht.

    Was ganz interessant sein könnte: Im folgenden Link gibt es ein Rezept, wie man sich selbst seine Cola mischen kann. Probiert habe ich es bislang allerdings noch nicht.
    http://en.wikipedia.org/wiki/OpenCola_%28drink%29

  • http://jogja-bakery.com eMatt

    Hey Rain, danke für den Tipp. Was trinkst du denn bisher so, wenn du das Selbermachen noch nicht probiert hast?

    • Rain

      Naja, derzeit trinke ich einfach überhaupt keine Cola. Zugegeben, ich war nie die große Colatrinkerin, also fehlt es mir auch nicht so besonders. Trotzdem bin ich froh über die Aufklärung bezüglich Coca-Cola…das sind doch einige Dinge, die ich bislang nicht wusste.

      • http://jogja-bakery.com eMatt

        Ich auch nicht. 😉
        Ich trinke meistens Bionade. Die verwenden übrigens auch kein Kasein für den Kleber.

        Am 10.06.2011 um 07:26 schrieb “Disqus” :

  • Pingback: Tipps für ein tierfreundliches Leben | Tübingen Vegan()

  • CokeHuman

    Afri Cola ist Nazi Cola. Super Alternative.

    • http://jogja-bakery.com/ Matthias

      Danke für den Tipp! Hab grad nachgelesen, was die damals im 3. Reich gemacht haben. Krass! Wusste ich nicht. Aber das ist lange her. Gibt’s irgendwelche Infos darüber wie es nach WWII mit der Firma und ihrer Einstellung weiterging?

      • therojam

        Aber wenn ich das richtig gelesen habe (und ich habe es mehrfach durchgelesen), dann hat Afri-COla da mit eigentlich nichts zutun, da es der CocaCola-Deutschland-Chef war?

  • Pingback: Tee und Kräuter - Ergänzung zur veganen Ernährung |()

  • Judith

    Wie alt ist der NDR-Beitrag? Ich hab ein anderes Post gefunden wo CocaCola versichert keine Gelatine mehr zu verwenden, alles andere ist natürlich troztdem ein NoGo bei den unverschämten Preisen… Und vor ein paar Tagen kam auf eine Anfrage unserer Würzburg-Vegangruppe die Mitteilung von Eckes-Granini dass seit Januar ALLE Säfte Gelatinefrei sind – nerven bringts! Vor 3 Monaten waren immerhin noch 3 unbrauchbar…  LG Judith

  • hkhj

    veganer omg -.-

  • Hannes

    Das stimmt so nicht…
    “For the vast majority of our drinks, yes. None of the Coca‑Cola and Schweppes brands contain milk, eggs or any products derived from mammals. However, vegans and vegetarians should note that a few of our drinks contain small traces of fish gelatine, which is used as a stabiliser for the beta-carotene colour. These products are Lilt, Lilt Zero, Kia-Ora Orange Squash No Added Sugar and Schweppes Orange Squash. Five Alive Apple Five Fruit Blend also contains traces of gelatine.”

    Ich trinke gerne Coca Cola, und man erweist den Veganern keinen Dienst wenn man Unwahrheiten verbreitet.

    • http://jogja-bakery.com/ Matthias

      Möglicherweise hat sich bei Coca-Cola hat zwischenzeitlich was geändert. Dieser Post ist ja immerhin schon 3 Jahre alt. Hast du denn ne verlässliche Quelle?