Kein Vitamin-B12-Mangel durch vegane Ernährung

Kein Vitamin-B12-Mangel durch vegane Ernährung
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Vegane Vitamin-B12-Quellen

Vegane Vitamin-B12-Quellen

Vitamine liefern zwar keine Energie, sind aber dennoch essentielle Nährstoffe, welche der Körper nicht selbst aufbauen kann. Sie sind an vielfältigen Stoffwechselprozessen beteiligt. Sowohl die Unter- als auch die Überversorgung mit Vitaminen kann dabei schädliche Folgen auf den Körper haben. Ein leistungssteigernder pharmakologischer Effekt hoher Vitamingaben ist nicht nachgewiesen. Auch von Megadosen, in welchen Vitamine gegeben werden können – darunter auch Vitamin B12 – wird abgeraten (Greiss, Hamm 1992, S. 136).

Was ist Vitamin B12? Wofür wird es benötigt und wieviel davon?

Hinsichtlich der Unterversorgung von Vitaminen besteht gerade bezüglich der Vitamine des B-Komplexes ein Risiko. Vitamine des B-Komplexes gehören zu den wasserlöslichen Vitaminen, welche gegenüber den fettlöslichen Vitaminen (Vitamin A, D, E und K) schlechter im Körper gespeichert werden können.

NABU Umwelt-TarifVitamin B12 spielt, ähnlich wie Folsäure (Vitamin B9), beim Zellaufbau, der Zellteilung und der Bildung roter Blutkörperchen eine wichtige Rolle, hat Einfluss auf Funktionen des Nervensystems und verhindert bestimmte Formen der Anämie (Blutarmut). Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt eine Tagesdosis von 3 µg für Jugendliche und Erwachsene sowie von 3,5 µg bzw. 4 µg für Schwangere bzw. Stillende. Andere Quellen sprechen aufgrund der nur teilweise erfolgenden Resorption von Vitamin B12 von 5 µg (Nöcker 1989, S. 154).

Bei Vitamin-B12 muss man zwischen den folgenden Arten unterscheiden:

  • Cyanocobalamin wird erst im Körper durch die Entfernung des Cyanids zu aktivem Vitamin B12. Das Cyanid ist laut Iris Berger (2009, S. 62) grundsätzlich Dank der sehr geringen Mengen völlig unproblematisch, Menschen mit chronischem Nierenleiden und Raucher_innen sollten Cyanocobalamin jedoch nicht als B12-Quelle verwenden.
  • Methylcobalamin wird am schnellsten und besten aufgenommen, Überschüsse werden aber auch sofort wieder ausgeschwemmt.
  • Hydroxocobalamin wird langsamer aufgenommen, dafür auch etwas langsamer abgebaut. Dieses wird gespritzt.

Vitamin B12 – Ein Argument für Fleischkonsum?

Als besonders geeignete Vitamin-B12-Quellen werden Leber, Hering, Seelachs, Rindfleisch, Eier, Milch und Speisequark genannt. Auffällig ist, dass Vitamin B12 in bedeutsamen Mengen scheinbar nur in Lebensmitteln tierischen Ursprungs vorkommt. Allein etwa im Sauerkraut – also in durch Milchsäuregärung haltbar gemachtem Gemüse – findet sich etwas Vitamin B12 (Goldegg 2008, S. 127). Hierbei handelt es sich aber, wie auch bei anderen pflanzlichen Quellen wie Algen oder Weizengras, in denen es angeblich in großen Mengen vorkommt, wahrscheinlich um nicht verwertbare Analoga.

Banner VeganothekVeganer bilden demnach eine Risikogruppe. Doch ist das wirklich so? Fragt man langjährige Veganer_innen, wer Vitamin B12 substituiert oder speziell angereicherte Nahrungsmittel konsumiert und wer schon mal Mangelerscheinungen hatte, bekommt man oft die Antwort, dass trotz keiner Substituierung noch nie ein Mangel aufgetreten sei. Dies ist freilich kein Beweis sowie keine statistisch ausreichende Zahl und es ist nahezu egal, welche Literatur man aufschlägt; immer wird behauptet, man müsse Lebensmittel tierischen Ursprungs zu sich nehmen, um eine gesunde Deckung an Vitamin B12 zu erlangen. Bloß die Literatur verschweigt einige Aspekte.

Paradoxerweise ist bei Menschen, welche Fleisch, Fisch, Milch und Eier zu sich nehmen, die Aufnahme von Vitamin B12, also die Resorption an der Dünndarmwand gerade durch Verschlackung eingeschränkt (Langwasser 2007, S. 20). Eine vegane Ernährung hingegen führt zu einer gesünderen Darmflora mit mehr Bakterien, welche Vitamin B12 bilden, aber leider nur im Dickdarm, wo es nicht resorbiert werden kann. Übrigens kann es auch andere Ursachen für entzündliche Schädigungen der Darmwand geben, welche die Aufnahme von B12 verschlechtern oder sie sogar verhindern. Folglich gibt es in Deutschland auch viele omnivoren Patient_inn_en mit einem Vitamin-B12-Mangel.

Vitamin B12 – ein Problem des Industriezeitalters?

Pflanzlichen Lebensmitteln haftet, solange sich an ihnen noch Moleküle der Verunreinigung, also etwa Erde, befinden, genügend Vitamin B12 an (vgl. Debra; Kremer; Linden 2009, S. 30). Auch Tiere decken ihren Bedarf an Vitamin B12 durch die Aufnahme „verunreinigter“ Nahrung. In den Mägen der „Nutz-“Tiere vermehren sich die Mikroorganismen dann weiter, welche B12 produzieren, was der Grund dafür ist, dass es dann in tierischen Lebensmitteln enthalten ist. Da durch industrielle Standards Nahrungsmittel jedoch immer höheren Hygieneanforderungen genügen müssen, kann Vitamin B12 kaum noch über pflanzliche Nahrung aufgenommen werden.

Vitamin-B12-Mangel – was tun?

Mangelerscheinungen können die Folge sein. Bemerkt man bei sich selbst erste Anzeichen von Mangelerscheinungen wie etwa „Sensibilitätsstörungen (z.B. ‘Ameisenkribbeln’ an Händen, Füßen und anderen Körperteilen), Appetitmangel, Schwäche von Reflexen und Bewegung, Störungen der Bewegungskoordination“ oder „psychiatrischen Störungen wie Verwirrung, Halluzinationen, Gedächtnisstörungen“ oder gar Psychosen (Vgl. Leitzmann und Keller, 2010, S. 244-251, zitiert bei vebu.de), sollte man umgehend einen Arzt / eine Ärztin aufsuchen. Hat man bisher noch nicht substituiert, kann es reichen dann damit anzufangen. Sind bereits massivere Mangelerscheinungen feststellbar, sollte eine schnelle Aufnahme über hochdosierte Spritzen erfolgen, um schlimmere Schäden zu vermeiden.

Vorbeugung eines Vitamin-B12-Mangels

bringmirbio - Der Onlinelieferservice für Bioprodukte!Um rechtzeitig zu bemerken, ob ein B12-Mangel bevor steht, sollte neben dem eigentlichen Vitamin-B12-Test auch der Homocystein-Wert bestimmt werden. Dabei handelt es sich um einen der „Gegenspieler“ von Vitamin B12, der auch bei falsch positiven B12-Werten noch auf einen Mangel hinweisen kann. (Vgl. Leitzmann und Keller, 2010, S. 244-251, zitiert bei vebu.de). Laut Frauke Girus-Nowoczyn, seit 1998 Homöopathin und ganzheitliche Ernährungsberaterin, gelten der HoloTC-2 sowie der MMA-Test als Früherkennungsmöglichkeit eines beginnenden B12-Mangels. Des weiteren lässt sie von ihren Patienten meist Hämoglobin, MCV, MCH, Serum-Ferritin, Transferrin-Sättigung, Folsäure, Vitamin B6 und CRP testen, um verschiedene Wechselwirkungen beurteilen und falsch-positive Ergebnisse ausschließen zu können.

Die Kosten für Labortests können von der Kasse übernommen werden, wenn der Arzt / die Ärztin es für erforderlich hält und noch Geld in seinem/ihrem Budget übrig hat. Sonst muss man alles, was über ein “normales” Blutbild hinausgeht, selbst zahlen. Ein reiner B12-Test kostet 15-20 Euro.

Grundsätzlich empfiehlt es sich laut Girus-Nowoczyn, zu Beginn der Ernährungsumstellung einen Test zu machen. Ist dieser in Ordnung, solle man zweimal nach je einem Jahr erneut testen. Dann reiche es nach Abständen von zwei Jahren zu kontrollieren. Sind die Werte bei einem Test nicht in Ordnung, solle man nach sechs Monaten erneut testen, um sicherzustellen, dass die gewählte Substitutionsform auch die gewünschte Wirkung zeigt.

Vitamin-B12-Nahrungsergänzung

Alle großen Verbände, welche den Veganismus propagieren (wie z.B. die Vegan Society, die Vegane Gesellschaft Deutschland oder Peta) empfehlen, die B12-Versorgung mittels angereicherter Nahrungsmittel oder Vitaminpräparaten sicherzustellen. Die Vegan Society hat eine Tablette entwickelt, die sich VEG1 nennt und neben Vitamin B12 noch weitere Nährstoffe wie z. B. Folsäure enthält. Diese empfiehlt sich v. a. für Menschen, die sich nicht besonders stark um eine ausgewogene Ernährung bemühen (wollen), weil sie z. B. sehr engagierte Tierrechtsaktivist_inn_en sind und nicht viel Zeit für Einkaufen und Kochen aufbringen (wollen). Für Menschen, die sich sehr ausgewogen ernähren, bietet es sich hingegen an, wirklich nur Vitamin B12 zu substituieren, was etwa in Form von Tropfen geschehen kann. Demnächst startet übrigens der vebu eine Testreihe, bei der Freiwillige eine mit Vitamin B12 angereicherte Zahnpasta, die er hat entwickeln lassen, vier Wochen lang testen. Wer mitmachen will, kann sich hier bewerben. (Update 13.05.2012: Die Zahnpasta scheint laut der Studie tatsächlich eine gute Quelle für die B12-Zufuhr zu sein.)

Fazit

Vitamin B12, um damit zu schließen, liefert also kein Argument für den Konsum tierischer Produkte, da auch ein Großteil der Allesesser und Vegetarier unter diesem Mangel leiden sowie da es sehr einfach substituiert werden kann.

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About Matthias Ebner

Ich bin seit Mitte 2010 vegan und lebe in Tübingen. Neben dem Veganismus engagiere ich mich auch für Umwelt- und Klimaschutz. Mehr über mich findet ihr auf meinem Profil oder bei Google Plus
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  • Rayk

    “Paradoxerweise ist bei
    Menschen, welche Fleisch, Fisch, Milch und Eier zu sich nehmen, die
    Aufnahme von Vitamin B12, also die Resorption an der Dünndarmwand gerade
    durch Verschlackung eingeschränkt (Langwasser 2007, S. 20).”
    An der
    Stelle muss ich aber schon kritisieren. Der oft gehörte Begriff der
    “Verschlackung” hat absolut keinen Wert. Was ist “Schlacke”? Wo kommt
    sie her? Wie sieht sie aus? Wo sind wissenschaftlich nachvollziehbare
    Untersuchungen zum Wert einer “Entschlackung”? Das Buch eines Kochs als
    Quelle anzugeben, macht das Ganze nicht glaubwürdiger. (Wer auf diese
    Art argumentiert, muss sich auch gefallen lassen, wenn ihm eine
    religiös-verblendete Art unterstellt wird. Find’ ich immer wieder
    schade.)

    • http://jogja-bakery.com eMatt

      Schlacke ist ein – zugegebenermaßen unspezifischer – Oberbegriff für Schadstoffe im Körper, welche dort physiologisch nicht verwertbar sind. Eine genaue ökotrophologische Studie habe ich zu dem Sachverhalt derzeit nicht mehr vorliegen. Gerade aber der Aspekt der Resorption von B12 im Darm ist – wie ich beim Schreiben des Artikels fand – äußerst umstritten. Es gibt hier keinen Konsens. Wissenschaftlich “nachvollziehbare” Untersuchungen erbringen sehr inkohärente Ergebnisse. Sie sind damit nicht mehr glaubwürdig als das Buch eines Koches.
      Den Zusammenhang zwischen den Ausführungen zu Vitamin B12 und religiös verblendeter Art kann ich nicht sehen. Möchtest du hier auf Dogmatismus anspielen, um auf Metakommunikation umzuschwenken, um Metametakommunikation zu provozieren? Dann aber sehe ich das Durchhalten des Themas in Gefahr.

  • Pingback: Veganer und Vitamin B12 | howdoit: Wie schaffe ich es mich Gesund zu ernähren?()

  • Siutma

    Hi,
    also deckst du den Vitamin B12-Bedarf durch Tabletten und in Säften angereichertes Vitamin B12? Mhhh, laut ÖKO-Test bedeutet das aber entweder ein “zu viel für den Körper” oder aber, dass diese Zusatzstoffe nicht richtig vom Körper aufgenommen werden können.

    So richtig schlau bin ich immer noch nicht geworden. Mal lese ich, dass gekeimte Hülsenfrüchte und Wildkräuter sehr viel B12 enthalten sollen, dann steht in einer anderen Studie, dass Meeresgemüse und Sanddorn sehr viel B12 enthalten sollen…
    …vielleicht sollte man sich von einem Heilpraktiker beraten lassen.

    Diese sprechen übrigens auch von Schlacken, die sich durch ungesunde Ernährung im Körper ansammeln, also in dieser Hinsicht, teile ich deine Meinung :).
    Okay, dann viele Grüße aus Berlin von Linda.

    • http://jogja-bakery.com eMatt

      Hi Linda, ich nehme Veg1-Tabletten. Angereicherte Lebensmittel nehme ich keine zu mir, da ich nur Bio kaufe und Anreicherungen da nicht erlaubt sind.
      Letztendlich gibt es viele Mythen und Theorien zu B12, von denen wohl keine einzige zu 100% bestätigt ist, auch die schulmedizinische nicht (überhaupt gar nicht pflanzlich aufnehmbar).
      Denke, wenn überhaupt, werden wir da erst Sicherheit haben, wenn mal irgendwann große Feldstudien mit vielen Veganern über mehrere Jahre hinweg gegeben hat.
      Ich denke aber, wie im Artikel geschrieben, dass du mit Veg1 o. ä. auf der sicheren Seite bist.
      Was hat denn Ökotest hierzu verzapft? Nie von einer B12-Studie durch die gehört. Würd mich interessieren.
      Gruß,
      Matthias

      Am 02.04.2012 um 14:01 schrieb “Disqus” :

      • Siutma

        Hi,

        danke für deine
        Antwort. Mhhh, ja, die Studien werden wohl erst später eindeutigere Ergebnisse
        zeigen können. Das ist nur sehr schade, denn wir wollen uns ja jetzt schon
        gesund ernähren. Von Nahrungsergänzngsmitteln halte ich eigentlich überhaupt
        nichts, denn die Stoffe sollen vom Körper nicht richtig aufgenommen werden
        können.

        Eigentlich wollte
        ich mir Sanddornsaft kaufen, oder mir den „Lernstark-Saft“ von Rotbäckchen
        zulegen, aber dann habe ich eben diese Testergebnisse von Ökotest gelesen:

        http://www.oekotest.de/cgi/index.cgi?artnr=20601;bernr=07;seite=01;co=

        Deshalb bin ich immer noch sehr ratlos. Ungern möchte ich
        damit anfangen, Eier zu essen. Im schlimmsten Fall muss ich mir eben doch
        diesen Saft kaufen. Die Nebenwirkungen, die man bekommen soll, wenn man zu
        wenig B12 im Körper hat, hören sich einfach zu heftig an.

        Okay, dann viele Grüße aus Berlin von Linda!

        • http://jogja-bakery.com eMatt

          Hey Linda, wie alt bist du denn? Der Test ist für Kleinkinder! Außerdem kommt darin das Wort “B12″ überhaupt nicht vor.
          Kannst ja gerne die B12-Theorie testen, die dir am meisten zusagt – letztendlich muss das jede_r dür sich selbst entscheiden. Ich würde dir halt nur empfehlen, in jedem Fall am Anfang des “Tests” spätestens nach jeweils einem Jahr deine Blutwerte (alle im Artikel vorgeschlagenen) testen zu lassen und bei problematischen Werten die Methode zu überdenken.
          Gruß,
          Matthias

          Am 03.04.2012 um 14:10 schrieb “Disqus” :

          • Siutma

            Hi,

            danke für die
            Antwort,

            ja, das kann
            schon sein, aber warum sollte das nicht auch für Erwachsene und für andere
            Vitamine gelten? Ich habe das so für mich geschlussfolgert.

            Gut, dann werde
            ich eben einmal so einen Test durchführen lassen.
            Grüße von Linda!

          • http://jogja-bakery.com eMatt

            Weil sowohl zwischen Kindern (im Wachstumsalter) und Erwachsenen als auch zwischen verschiedenen Vitaminen erhebliche Unterschiede bestehen. Das muss nicht bedeuten, dass keine Zusammenhänge bestehen, kann es aber.
            Gruß,
            Matthias

            Am 04.04.2012 um 15:53 schrieb “Disqus” :

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  • Anima2011

    Als Ärztin und Betroffene eines beginnenden Vit. B12 Mangels muss ich dringend davor warnen, die hier beschriebenen Spätsymptome eines B12 Mangels abzuwarten. Es macht ewig keine Symptome bzw. sehr unspezifische, wie Müdigkeit, nachlassende Leistungsfähigkeit oder depressive Verstimmung.
    Hausärzte machen bei dieser Verdachtsdiagnose oft nur ein Blutbild, weil ein ausgeprägter B12 Mangel eine Blutarmut mit unnatürlich großen roten Blutkörperchen als Hinweis nach sich zieht (makrozytäre Anämie). Es dauert aber längere Zeit, bis sich so greifbare Veränderungen zeigen. Auch die Bestimmung des Vit. B12 Spiegels hilft nicht weiter, weil der oft falsch hoch ausfällt. Wer genau Bescheid wissen will, sollte den Holotranscobalaminspiegel bestimmen lassen. Ich substituiere im Wechsel mit VitB12 Ankermann und Vit B- Komplex Hewer.
    Literatur dazu kann ich nennen, habe sie aber momentan nicht vorliegen und viel um die Ohren.

    • herbertser

      Sie sind Ärztin und verwenden die über 4 Stufen erst und generell schlecht verwertbare udn daher schlechteste B12-Art CYANOcobalamin – anstatt Methylcobalami Adenosylcobalamin oder Hydroxocobalamin?????? Unfassbar…

    • chen-man

      Ich kann mich der Warnung als Betroffener nur anschließen. Vor ca. 15 Jahren bekam ich u.a. Kribbeln und Taubheit in beiden Füßen, ging zu einer hiesigen Neurologin. Die ließ einen NLG-Test machen (Nerven-Leitungs-Geschwindigkeit), behauptete dann aber, das Ergebnis sei gestört, nicht verwertbar – und entließ mich ohne weiteren Rat, weitere Untersuchungen. “Spitzenmedizin” in einer Uni-Stadt!
      (Wenn ich die Pedale beim Autofahren nicht mehr spüre, solle ich eben meinen Führerschein abgeben – menschenverachtend.)

      Einige Jahre später ging ich erneut in die Praxis, weil ich mich mit den ständigen Mißempfindungen nicht abfinden wollte – und erfuhr schon von der Helferin, daß die NLG-Werte bei der 1.Untersuchung pathologisch niedrig ausgefallen waren. Ich war also BELOGEN worden.
      Wiederholung ergab das gleiche Resultat: krankhaft erniedrigte Werte. Auch diesmal keinerlei weitere Abklärung (mögliche Ursachen, evtl. Gegenmaßnahmen?), kein Rat. Und dafür bekommen solche Pseudo-Ärzte Geld von der Krankenkasse!

      Vor einigen Wochen ein 3.Versuch: geschwächte oder ausgefallene Reflexe, Vibrationsemfinden, Hautatrophie… – und mit der “Diagnose” PNP = Polyneuropathie gewissermaßen der Praxis verwiesen! Kein Rat, NICHTS!
      Weil ein anderswo bestimmter erhöhter Homocysteinwert auf B12-Mangel hindeutete, brachte ich den Hausarzt zur Labordiagnostik (u.a. MMA = Methylmalonsäure): alles weit im pathologischen Bereich.

      Damit ist der Horror aber noch nicht vorüber: Nach gut 2 Wochen gab es eine 1mg-B12-Spritze durch die Helferin – weitere im 6-Wochen-Abstand vorgesehen (die Ampullen, die ich aus der Apotheke geholt hatte, wurden einbehalten!): Das ist nach heutigem Wissenstand völlig daneben!
      Sinnvoll sind die 1mg-Spritzen in raschem Abstand (täglich, oder 2x pro Woche entsprechend dem Beipackzettel).

      Längst ist aber geklärt, daß tägliche Einnahme von B12-Tabletten (1 oder 2… mg) den schweren Mangel zügig ausgleichen kann. (B12 ist wasserlöslich, etwa resorbierter Überschuß wird über die Niere ausgeschieden, irgendeine “Vergiftung” ist ausgeschlossen, deshalb auch frei verkäuflich.)
      Nun muß sich zeigen, was von den meinen vielen Störungen, die mit dem B12-Mangel zusammenhängen können, nach Jahren noch reversibel ist… (Auch die Augenärztin hat nur einen Teil der Untersuchungen gemacht und mich erst im nächsten Quartal für die Fortsetzung einbestellt.)

      Vielleicht kann ich mir ja selbst ein Weihnachtsgeschenk machen (die Tabletten sind nicht ganz billig – aber was soll ich machen, wenn der Hausarzt offensichtlich meint, er muß die Injektionen über mehr als ein Jahr strecken, vermutlich, um die “Kopfpauschale” möglichst oft zu kassieren?).
      Das alles ist eigentlich ein Fall für den Staatsanwalt…

      Im Internet sind Fachartikel auf Deutsch zu finden, etwa im Dt. Ärzteblatt 2008 oder in “Der Allgemeinarzt” von Anfang 2014.
      Weil aber die Ärzte ihrer Fortbildungs-PFLICHT nicht nachkommen (oder eben nach der Devise handeln, daß nur KRANKE den Rubel rollen lassen), gibt es nach Schätzungen allein in D MILLIONEN Menschen mit Vit.B12-Mangel. (Und auf dieser Grundlage werden krass überteuerte B12-Präparate per kostspieliger TV-Werbung vermarktet, zweifellos hochprofitabel…! Also nicht nur Ärzte / Neurologen … bekommen Geschäft, sondern auch Pharma-Firmen, Hersteller von “Rollis”, Hilfsmitteln, Apotheken und nicht zuletzt das hochgradig widerliche Abzocker-Fernsehen und die Werbebranche! Und letzlich auch Pflegeheime usw. So wird mit Geldgier das System absehbar “vor die Wand gefahren”, da es beispielsweise gar nicht genug Personal für die Pflege gibt.)

      Und dies noch: jegliche Werbung für vegane Ernährung OHNE SEHR deutliche, widerholte Hinweise auf den absehbaren B12-Mangel (der evtl. viele JAHRE braucht, um sich bemerkbar zu machen!), halte ich für “kriminell”. Die Überschrift des Artikels (an Schnell-Leser / “Überflieger” denken) ist krass irreführend, Volksverblödung!
      Der “Schlacken-Blödsinn” gehört auch dazu…

      • Anima2011

        Unglaublich, was Sie berichten. Allerdings wäre ich in dieselbe neurologische Praxis nicht nochmals gegangen, wo Sie so schlecht beraten und behandelt wurden. Ich wünsche Ihnen, dass die Symptome doch weitgehend reversibel sein werden! Besser fühlen werden Sie sich bestimmt in den nächsten Monaten. Von heute auf morgen wird es eher nicht gehen. Alles Gute und ich kann Ihren Appell nur unterstützen. Vegan ja, aber mit B12 Substitution.

        • chen-man

          Danke für die guten Wünsche.
          Ganz zu Anfang, vor über 20 Jahren, war ich bei einem anderen Neurologen, wegen des gut begründeten Verdachts auf chronische Zecken(neuro)borreliose: Der schrie mich fast an “Gehen Sie nach München, da glaubt man daran – wir hier in Tübingen nicht” (oder so ähnlich).

          Bei 2 Versuchen in der neurologischen Uni-Poliklinik damals ähnlich: ich gehöre in die Psychiatrie… (Einzelheiten würden zu weit führen). Eine ambulante Lumbalpunktion – nötig, um nach Entzündungszeichen im Liquor zu suchen – war in Tübingen NICHT möglich, dazu mußte ich dann stationär nach Stuttgart (immerhin eine interessante Erfahrung, eine neurolog. Klinik zu erleben…). Mein Verdacht wurde bestätigt – um die langfristige Therapie mußte ich mich dann allerdings selbst kümmern, lange Geschichte…

          Auch ein Versuch bei einer Praxis in Rottenburg verlief ähnlich: der Patient ist “Dreck”. (Hintergrund: es gibt offenbar MASSEN von Patienten mit neurologischen Störungen, so daß sich die Neurologen praktisch alles erlauben können, weil der Patienten-Nachschub und damit das Einkommen gesichert ist. Es scheinen sich da Leute mit – vorsichtig ausgedrückt – zweifelhafter Menschenfreundlichkeit zu sammeln. Zudem scheint es mit dem logischen Denkvermögen nicht weit her zu sein.)

          Ich könnte inzwischen ein Buch über meine Erfahrungen mit Neurologen (und auch Psychiatern / Nervenärzten) füllen, nachdem ich mich nun bereits seit gut 2 Jahrzehnten auch wissenschaftlich mit Krankheitsursachen beschäftige. Grundprinzip scheint zu sein, nicht in rationaler Weise nach URSACHEN zu suchen und dementsprechend nicht kausal anzusetzen, so daß die Störungen langfristig erhalten bleiben. Das füllt die Praxen, Kliniken und Taschen – übrigens im sehr engen Zusammenwirken mit der Pharma-Industrie, die mit zweifelhaften Medikamenten (etwa “gegen” MS, Depressionen, Demenz…) riesige Milliardensummen scheffelt.

          Zurück zu B12: Auf den entsprechenden “Vegan”-Seiten aus Karlruhe habe ich ausgesprochen brauchbare Infos zur B12-Substitution (wohl von 2009) gefunden.

          Es bleibt von Gesundheitsstörungen Betroffenen offenbar kaum noch etwas anderes übrig, als uns selbst mühsam “schlau zu machen” – angesichts der Fülle von Desinformationen allerdings mit zweifelhaften Erfolgsaussichten.

      • chen-man

        Zwischenstand: mittlerweile habe ich – mit Mühe bei 3 Ärzten – 3mg B12 i.v. bekommen, und auf eigene Kosten ein Vielfaches oral eingenommen.
        Ich meine, erste Zeichen der Besserung zu verspüren – aber das könnte Wunschdenken sein.
        ———————–
        “Buch” zum Thema: Dr. Eduard Brock “Der Vitamin B12-Skandal – Wie ein Mangel verleugnet und damit zur Volkskrankheit wird…”, 2010 aus den Niederlanden:
        Ausgesprochen reißerisch – alarmistisch, und der vorgesehene Preis von knapp 20€ ist für ein paar Seiten im Großdruck eine Unverschämtheit!

        So versucht offenbar jeder, aus dem Skandal, der Volkskrankheit B12-Mangel (Millionen sind betroffen!) Profit zu schlagen, auch über solche übertreuerten Druckerzeugnisse. Widerlich…

  • Moma

    Hallo,
    Ich möchte Dich gerne um Rat fragen und hoffe es ist ok für Dich.

    Seit ein paar Jahren lebe ich vegan, koche frisch, abwechslungsreich und mit viel Gemüse, Salat, Obst, Algen, Hülsenfrüchte, Nüsse … etc. Was eben so gut ist.

    Als ich vegan wurde hatte sich mein Körpergeruch fantastisch verändert, war weich, unaufdringlich und sehr angenehm über Tage.

    Beim Bluttest fiel ein sehr niedriger B12-Wert auf und ich nehme seither die Vitamin B12-Präparate von Take me, die Dahlke empfiehlt. Wenn ich sie nehme, riecht mein Schweiß scharf, wie früher, nehme ich keine ist es wieder weg. Mit einem anderen Präparat war es auch nicht besser.

    Hast Du eine Idee dazu?

    • chen-man

      Ich spekuliere ‘mal: Gerüche werden meist durch Mikroorganismen verursacht, die irgendwelche Sekrete zersetzen. Sicherlich brauchen einige davon auch B12: wenn sie das durch die Substitution in höherer Menge erhalten, könnten sie sich stärker vermehren…

      Ein anderer Effekt: Wer Eisen speichert (welches vor allem aus ROTEM Fleisch aufgenommen wird), entwickelt unangenehme Körpergerüche. Das dürfte darauf beruhen, daß praktische alle Lebewesen Eisen benötigen – nur wenige brauchen keins, darunter Milchsäure-Bakterien.
      Mit wenig Eisen werden die Milchsäurebakterien stärker in den Vordergrund treten und durch die Säure die übrigen Mikroorganismen zurückdrängen. Damit können unangenehme Gerüche kaum noch entstehen (und das sollte dann vermutlich auch von der B12-Verfügbarkeit weitestgehend unabhängig sein).

      Vernünftige, gesunde – nämlich sehr niedrige – Eisenspeicherung haben noch wachsende Kinder (oder auch regelmäßige Blutspender): Serum-Ferritin-Werte unter ca. 25 ng/ml. Solche niedrigen Werte schützen vor Diabetes, Bluthochdruck, Atherosklerose (Herzinfarkt, Schlaganfall usw., Neurodegeneration, Leber- und einigen anderen Krebsarten…
      Also VORSICHT vor der “Eisen-Propaganda”, etwa von Salus – “Floradix-Kräuterblut” -, Vifor (eine geldgeile Firma Schweizer Apotheker), auch beim Kopp-Verlag habe ich schon “Eisen-Werbung” gesehen. Nocheinmal: wenn wachsende Kinder mit minimaler Eisenspeicherung regelmäßig gesund sind (kein Typ2-Diabetes, Hochdruck usw.), dann brauchen auch Erwachsene nicht mehr Eisen!