Warum vegan?

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Warum vegan?

Warum vegan?

Immer noch kommen die allermeisten Menschen als Kinder von omnivoren Eltern zur Welt. Immer mehr entscheiden sich jedoch im Laufe ihres Lebens Vegetarier_innen oder (oft etwas später) Veganer_innen zu werden. Aber warum? Warum werden Menschen vegan?

Dafür gibt es unzählige Gründe. Ich will in diesem Artikel die wichtigsten aufzählen. Doch zunächst einmal für alle, die es noch nicht so genau wissen, eine kurze Erklärung dessen, was vegan eigentlich nochmal genau bedeutet:

Definition von “vegan”

Vegan zu leben bedeutet, aktiv keinerlei Tierprodukte zu konsumieren und so gut es irgendwie geht, jegliche Tierausbeutung zu boykottieren. D.h., Ein_e Veganer_in konsumiert/kauft weder Fleisch, Fisch, Milch, Käse, Joghurt, Eier noch sonstige Tierprodukte wie Pelz, Leder, Wolle, Seide oder Honig. Des Weiteren gehört zum Veganismus natürlich keine Einrichtungen oder Veranstaltungen zu besuchen bzw. zu unterstützen, die Tiere zur Unterhaltung ausbeuten wie etwa Zirkusse und Zoos. Die meiner Meinung nach schlimmste Form der Tierausbeutung stellen Tierversuche dar. Sie sind die modernen Folterkammern, in denen nicht-menschliche Tiere nicht “nur” ihrer Freiheit und (nach kurzer Zeit) ihres Lebens beraubt werden, sondern in denen ihnen das aller schlimmste, grausamste, verachtenswerteste, skrupelloseste angetan wird, wozu (manche) Menschen überhaupt fähig sein können: Sie werden solange absichtlich gequält bis sie sterben oder ermordet werden. Der Unterschied zur Folter an Menschen in Unrechtsstaaten bzw. unter menschlichen Feinden ist der, dass die Tierquäler in den Versuchslaboren keinerlei Grund haben, ihren Opfern irgendetwas anzutun, denn diese können ihnen oder sonst irgendjemandem gar nichts angetan oder etwas schreckliches geplant haben – wie es bei der Folter unter Menschen meist als Grund angegeben wird – sie werden in aller Regel speziell für Tierversuche gezüchtet.

Nun bin ich unbewusst schon direkt zu dem “Warum” übergegangen. Hierbei wurde das Thema Tierversuche bereits großteils erläutert. Ein weiterer Aspekt, der gegen Tierversuche spricht, ist der, dass diese zu 96 % völlig sinnlos sind. Auf Grund der stets vorhandenen Unterschiede zwischen Versuchstier und Mensch sind Tierversuche grundsätzlich erst einmal überhaupt nicht auf den Menschen übertragbar und nur 4 % aller Tierversuche führen am Ende zu einem Nutzen für diesen. Ganz besonders kritikwürdig sind natürlich auch Affenversuche, also Tierversuche an unseren nächsten Verwandten, die auf Grund ihrer hochentwickelten Sinne bei solcher Folter quasi genauso leiden wie Menschen das würden.

Blog Action Day am World Food Day

Blog Action Day

Blog Action Day zum Thema “Food”

Nun aber zu dem Bereich, um den sich dieser Artikel hauptsächlich drehen soll, da er im Rahmen des Blog Action Day stattfindet, der dieses Jahr das Thema “Food”, also Essen bzw. Nahrung zum Gegenstand hat, u.a. weil er dieses Mal mit dem World Food Day zusammenfiel. Der Verzicht auf Fleisch, Milch und Eier ist sicher auch für die meisten Menschen die größte Hürde zu bzw. das Schwierigste an einem veganen Leben.

Fleisch, Milch und Eier

Auf Pelz verzichtet freilich jede Tierfreundin und jeder Tierfreund ganz selbstverständlich. Auch Leder ist nicht allzu schwer zu umgehen, genauso wie Wolle, Daunen und Seide. Wer sich jedoch einmal daran gewöhnt hat, Fleisch, Milch, Eier, Käse und Joghurt zu genießen, kommt nicht selten nur schwer davon weg. Insbesondere Ei und Milchprodukte, die in so zahllosen Produkten verarbeitet sind, scheinen kaum vermeidbar. Banner VeganothekUm hierbei zu helfen, habe ich diese Webseite ins Leben gerufen und haben verschiedene Leute vegane Onlineshops gegründet. Es ist heutzutage schon enorm viel einfacher, vegane Lebensmittel in Tübingen oder auch über das Internet zu kaufen und es wird von Tag zu Tag einfacher.

Die Gründe für Veganismus

Nun aber zu den Gründen, warum denn eigentlich keine Tierprodukte konsumiert werden sollten. Warum vegan?

Weil

Der Wasserbedarf verschiedener Lebensmittel

Der Wasserbedarf verschiedener Lebensmittel

  • nur vegan 7 Mrd. Menschen gerecht ernährt werden können und bereits heute Menschen verhungern, weil für die reichen Länder Futtermittel für “Nutztiere” statt direkt Nahrungsmittel angebaut werden (ca. 50 % der Welt-Getreide- und ca. 80 % der Welt-Soja-Ernte; ca. 9 Teile Pflanzen ergeben einen Teil Fleisch),
  • für die Herstellung von Tierproduktion Unmengen an kostbarem Wasser verbraucht werden,
  • tierisches Protein für Krankheiten wie Herzinfarkte, Diabetes, Osteoporose und mehrere Krebsarten mitverantwortlich ist,
  • es unsinnig und ungesund ist, als erwachsener Mensch noch Muttermilch zu konsumieren und noch unsinniger, wenn diese von einer anderen als der eigenen Säugetierart stammt,
  • diese Muttermilch den Kälbern gehört, für die gedacht ist und die statt, wie bei Säugetieren üblich, bei der Mutter sein und bei ihr trinken zu dürfen, entweder sofort nach der Geburt oder nach wenigen Tagen von dieser getrennt werden, was solche seelischen Schmerzen bei beiden hervorruft, dass diese oft noch tagelang nach einander schreien und weil
  • die männlichen Kälber nach wenigen Wochen bis Monaten in winzigen Einzel- und später Dreierboxen mit ungesundem weil eisenarmem Futter (damit es helles Fleisch gibt) geschlachtet werden. Ohne Kalbfleisch keine Milch! Das ist zusammem mit dem Kükenmord auch der Grund für den Spruch: “Vegetarier sind auch Mörder”, welcher natürlich nur dann zutrifft, wenn die entsprechenden Personen darüber Bescheid wissen und es einfach ignorieren, denn den meisten Menschen sind diese ganzen Zusammenhänge ja überhaupt nicht bewusst.

Das wären die wichtigsten Fakten. Wer sich detaillierter informieren möchte, kann das auf den im Text verlinkten Seiten sowie unter folgenden Quellen und Auflistungen tun:

Wie hoffentlich deutlich geworden ist, gibt es etliche Gründe vegan zu werden. Die meisten Menschen wohl (nach meiner Erfahrung) deshalb vegan, weil sie es als Tierfreunde (wie ich) nicht mehr mit ihrem Gewissen vereinbaren können, dass für sie Tiere getötet werden. Selbstverständlich ist jedoch jeder einzelne der zahlreichen anderen Gründe ebenso ausreichend, um diese Entscheidung zu treffen. Was einem nun auch immer am wichtigsten ist – seien es die Menschen in der dritten Welt, die Umwelt, das Klima, die eigene Gesundheit oder eben die nicht-menschlichen Tiere – vegan zu werden ist die einzige logische Konsequenz.

Zum Abschluss nun noch ein wirklich außerordentlich geniales Video zum Thema:

Warum vegan? von EVOLVE! Campaigns
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About Matthias Ebner

Ich bin seit Mitte 2010 vegan und lebe in Tübingen. Neben dem Veganismus engagiere ich mich auch für Umwelt- und Klimaschutz. Mehr über mich findet ihr auf meinem Profil oder bei Google Plus
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  • Isana1

    also zu meinen, dass folter an menschen gerechtfertigter sei, als tierversuche zu machen, weil angeblich die gefolterten etwas getan haben, finde ich absolut daneben!!!!!!!! das sind meistens menschen, die gegen regime arbeiten, die gefoltert werden!!!

    • http://jogja-bakery.com eMatt

      Hallo Isana, ich wollte damit keinesfalls zum Ausdruck bringen, dass ich auch nur irgendeine Art der Folter für gerechtfertigt halte oder weniger schlimm finde als eine andere. Ich wollte lediglich klar machen, dass “Versuchstiere” gar nichts getan haben können. Wenn Menschen gefoltert werden, dann haben diese, wie du sagst meist gegen ausbeuterische Systeme gekämpft. Dies wird von diesen natürlich als Grund angegeben, um die Folter zu rechtfertigen. Auch wenn die Folter freilich trotzdem zu verurteilen ist, ist hier ein Anlass gegeben. Bei “Versuchstieren” ist dies nicht so. Ich hoffe, du verstehst jetzt, was ich meine.

  • http://www.filipe.ch/ Próspero Filipe

    Hallo Matthias – es ist immer wieder schön zu lesen wie andere diese Frage für sich beantworten. Meine Ansicht kannst du hier sehen: http://www.journeytoreallife.ch/warum-pflanzlich-vegan/

  • Lili

    Wollte nur anmerken, dass die These tierisches Eiweiß per se sei
    ungesund wissenschaftlich nicht belegbar ist, nur, dass
    Zubereitungsarten gesundheitlich bedenklich sein können (z.B.
    Wurstwaren). Das soll keineswegs gegen Vegansimus sprechen (bin selbst
    Veganerin) aber solche Aussagen, die wissenschaftlich nicht belegt sind,
    werden dann oft von Nicht-Veganern herangezogen, um Veganer als
    “Spinner” hinzustellen.